Monday, February 13, 2006

Die Liebe.

Kommt ein Gefühl von weit daher,
um Einlass betend, gross und schön.
"Woher so schnell?" man fragt erstaunt,
Zu spät, man denkt, und spürt es auch.

Es bleibt, es isst, es trinkt geschwind,
Es lebt, es klebt und macht ganz blind.
Doch da, ganz plötzlich, schon klopft es wieder,
Die Vergessenheit, ganz sachlich und doch auch bieder.

"Die Liebe, sah ich, trat hier hinein.
Vielleicht, denk ich, soll das nicht sein?"
Ungerufen ist sie sofort zur Stelle,
Überquert nun ebenfalls die gleiche Schwelle.

Die Liebe jetzt, sehr aggressiv,
denunziert die Zeit als widerlich.
Was ihr nicht passt und nicht gefällt,
schimpft sie als "rational und materiell".

"Ich bin es, die Grosses schafft.
Kein anderes Gefühl hat meine Macht.
Was, oh Vergessenheit, wurde mehr umschrieben?
Meine Schönheit oder doch Dein Übel?"

"Deine Schönheit" folgt mit einem kurzen lächeln,
"Und trotzdem fordere ich Dich auf, zu gehn."
"Niemals!" schreit die Liebe ganz besessen,
"Kannst Du meine Unsterblichkeit nicht verstehn?"

Doch diskutieren um Ewigkeit und wer länger wärt,
Ist es der Vergessenheit im Geringsten nicht wert,
Denn ihr Ziel ist nicht die Liebe zu verletzen
sondern sie ganz einfach nur abzusetzen.

"Ich bleibe hier und bewege mich nicht!"
Sagt die Liebe und traut es sich schlicht.
"Alles in allem, wie lange denn noch?"
Fragt die Vergessenheit und bezweifelt es doch.

"Für immer!" gibt die Liebe überzeugt zum Letzten.
"Gut." sagt die Vergessenheit und wendet sich ab:
"Denkst Du, Du bist noch hier?" fragt sie zum Besten,
"Falls ja hole ich Dich am nächsten Ort ab."

by me (poem for Sabine F.)